Frankreich’s Raumgestalter

Der Beruf des Raumgestalters hat in Frankreich eine sehr lange Tradition. Bekannt ist dieser Beruf im Lande bereits seit dem Jahr 1295 unter dem Namen „tapissier“. Schon im Mittelalter schrieb man dem tapissier Tätigkeiten wie etwa das Ausstatten von Burgen mit schönen Sitzkissen, Fußteppichen, dekorativen Stoffen, Gemälden oder auch Skulpturen zu.

Die Blütezeit der Raumgestalter war ganz klar während der Amtszeit von Ludwig XIV., der seine Schlösser mit tollen gepolsterten Sitz – sowie Liegemöbeln ausgestattet haben wollte. Außerdem schwärmte er für wertvolle Wandbehänge und das kunstvolle Drapieren von Stoffen aller Art. In dieser Zeit existierte zudem das käufliche Amt des königlichen Raumausstatters und Dekorateurs. Der Vater von Molière war ein solcher bekannter Inhaber dieses Amtes. Eigentlich wollte er sein Amt an ihn – seinen ältesten Sohn – übertragen, doch dann erhielt es doch sein jüngerer Bruder.

Auch heute noch gibt es zahlreiche Raumausstatter in Frankreich. Mit Innenarchitekten sind sie zum Beispiel für die tolle Einrichtung von Hotels und Ferienwohnungen zuständig, deren Besitzer sie mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe betrauen. Denn schließlich soll eine solche Unterkunft gemütlich und einladend sein, und die Besucher sollen sich dort so wohl fühlen, als wären sie zu Hause.

Ein fachkundiger Raumausstatter nimmt ein Gebäude sehr ernst und lässt es zuerst einmal auf sich wirken. Danach bespricht er sich mit dem Besitzer und hört sich dessen Wünsche an. Vielleicht hat dieser sogar schon ein paar genaue Vorstellungen zu seiner zukünftigen Inneneinrichtung. Gemeinsam wird dann ein Konzept ausgearbeitet, welches mit dem zur Verfügung stehenden Budget umsetzbar ist. Hierbei ist vor allem die Auswahl der richtigen Möbel und der Farben und Muster von großer Bedeutung.

Auch die Wirkung von Farben ist nicht zu unterschätzen. Ein Raumgestalter kennt alle Tricks, wie er einen kleinen Raum größer erscheinen und einen weitläufigen Raum gemütlicher machen kann. All dies gelingt ihm mit der richtigen Entscheidung über Bodenbelag, Wandfarbe und Möbel. Er ist also eine große Hilfe für die Gastronomen in Frankreich!